Die Erfinder der Glühlampe
Thomas Alva Edison
Thomas Alva Edison (1847-1931) gelang es im Oktober 1879, durch Verwendung von Kohlefäden und durch Einführung einer Schraubfassung die Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg der
Glühlampe zu schaffen. Im Mai 1880 wurden diese Lampen erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und als Sensation aufgenommen. Ähnlich wie schon beim Telefon und beim Telegraphen kam es auch hier zu Urheberstreitigkeiten, denn eine ganze Reihe von Forschern beanspruchte die Erfindung des elektrischen Lichtes für sich. So prozessierte die englische Firma "Swan United Electric Light Corporation" jahrelang gegen Edison, denn Josef Wilson Swan (1828-1914) hatte seine Glühlampe bereits 1878 patentieren lassen. In den Patentprozessen stellte sich aber heraus, dass Heinrich Göbel schon 25 Jahre früher ähnliche Lampen gebaut hatte. Dennoch gilt Edison bis heute als eigentlicher Erfinder der Kohlefadenlampe.
Heinrich Göbel

Heinrich Göbel wurde am 20. April 1818 in Springe am Deister geboren. Nach seiner Schulzeit trat er bei einem Uhrmacher und einem Optiker in die Lehre und erlernte beide Berufe. In seiner Werkstatt fertigte Heinrich Göbel neben Uhren auch optische Geräte und Quecksilberbarometer an. Versuche, die Glühlampe auf den Erkenntnissen von J.W. Starr weiterzuentwickeln, zeigten jedoch nicht den gewünschten Erfolg. 1848 schließlich wanderte Heinrich Göbel mit seiner Familie nach Amerika aus. Der erste Schritt in die richtige Richtung war das Ersetzen der metallischen Drähte durch Kohlestäbchen. Im Gegensatz zu Draht schmolz die Kohle wesentlich langsamer, dennoch musste ein Weg gefunden werden, den Sauerstoffverbrauch des Glühmittels zu minimieren. Verschiedenste Materialien zierten fortan seine Versuchsreihen, bis er durch Zufall auf ein verkohltes Stück Bambus von seinem Spazierstock stieß, den er für einen seiner Versuche angesägt hatte. Es gelang ihm, von dem Stück Bambus Fasern in 0,2 mm Stärke herzustellen. Ein weiterer wichtiger Schritt war der Versuch, die Bambusfaser im Vakuum zum Glühen zu bringen. Vertraut mit der Herstellung von Quecksilberbarometern, konnte Göbel die Glasröhren durch Quecksilber luftleer machen. (Die Luftpumpe wurde erst 1865 durch H. Sprengel erfunden). 1854 endlich gelang es Göbel, Glühlampen zu bauen, die als Leuchtmittel verkohlte Bambusfasern enthielten und eine längere Brenndauer erreichten. Diese Lampen waren die ersten, die zu praktischen Beleuchtungszwecken genutzt wurden, wenn auch nur innerhalb Göbels Familie. Mittlerweile war Göbel durch seine Experimente in finanzielle Schwierigkeiten geraten und fuhr mit einem von Lampen beleuchteten Fernrohr auf einem Pferdegespann durch die Straßen New Yorks. Passanten konnten gegen ein Entgelt so den Sternenhimmel betrachten. Trotz dieses Wissensvorsprungs konnte Göbel keinen Vorteil für sich daraus ziehen. Mangels Geld und Persönlichkeiten von Einfluss konnte er seine Erfindung nicht patentrechtlich schützen lassen. So geriet seine Erfindung in Vergessenheit. Auch wenn Göbel ein Patent hätte erwirken können, der Nachteil der damaligen Zeit lag insbesondere darin, dass als Stromquellen lediglich Batterien zur Verfügung standen. Eine kommerzielle Nutzung wäre also viel zu teuer geworden. Hinzu kommt, dass aufgrund der noch nicht erfundenen Luftpumpe jede Lampe einzeln durch Quecksilber entlüftet werden musste. Erst 1866, als Werner Siemens die Dynamo-Maschine erfand, war der Grundstein für eine Weiterentwicklung der Glühlampe gelegt. 1893 in einem großen Prozess zwischen zwei amerikanischen Elektrizitätsgesellschaften konnte Göbel glaubhaft nachweisen, dass er schon 1854, also 25 Jahre vor Thomas Alva Edison, gebrauchsfertige Glühlampen anfertigte. 1879 gelang es Edison, eine Glühlampe lediglich 45 Stunden zum Leuchten zu bringen. Im Alter von 75 Jahren erhielt Göbel die ihm gebührende Anerkennung, wenige Monate vor seinem Tod.
Zum Quellenverzeichnis
Lampen